Afrika 2001
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Kenia/Tanzania 2001

Schon ein knappes Jahr zuvor wurde bei uns darüber diskutiert, ob es nicht mal Zeit wäre, eine kleine Bergtour im Ausland zu unternehmen. Ich war zuerst für eine Trekkingtour im Nepal, ließ mich allerdings dann schnell überzeugen, dass die Besteigung des Kilimanjaro auch nicht ohne Reiz ist.

Die Besteigung des Kilimanjaro war also das erklärte Ziel und wenn man natürlich schon so weit reist, dann macht doch gleich eine richtige Reise daraus.

Den Bericht zur Besteigung des Kilimanjaro gibt es hier!

Hier folgt der Reisebericht der anschließenden Reise:

28.07.2001

Dann ging es mit dem Shuttle-Bus zurück nach Nairobi. Die Fahrt ist wie die Hinfahrt nicht gerade bequem, aber man bzw. wir gewöhnen uns schön langsam daran, auf den westlichen Komfort zu verzichten. Es ist Samstag und wir werden erst gegen Abend in Nairobi ankommen. Wir haben schon die Befürchtung, dass es nicht mehr klappen könnte, eine Safari ab Sonntag buchen zu können, und dass wir einen weiteren Tag in Nairobi rumhängen müssten.

Aber es kommt eben oft anders als man denkt. In Nairobi lassen wir uns in der Nähe des Parkside Hotels absetzen. Leider ist das Parkside schon voll. Da treffen wir auf dem Weg zum Terminal Hotel unseren guten alten Freund Dennis. Er will uns natürlich auch gleich ein Hotel anbieten. Leider sind im Terminal keine Doppelzimmer mehr frei. So führt unser Weg wieder zum Embassy Hotel. Da Dennis schon mal da ist, erzählen wir ihm von unseren Safariplänen. Wir wollen wieder bei Savuka buchen, weil unsere Erfahrungen bislang durchaus gut waren. Von nun regelt Dennis wieder alles und innerhalb weniger Minuten kommt Joyce von Savuka zum Hotel und wir werden uns schnell einig. Allerdings müssen wir zur Erledigung aller Formalitäten noch ins Büro. Also fahren wir ins Büro und erledigen alles, mittlerweile ist es 21:00 Uhr.  Das ist eine Dienstleistungsauffassung, die uns einmal mehr erstaunt. Nach einem kurzen Snack bei Steers geht es wieder ins Hotel zum Schlafen.

29.07.2001

So nun geht die Safari los. Wir werden am Hotel abgeholt und dann geht´s weiter zum Büro. Noch mal schnell umladen und dann geht´s weiter Richtung Narok. An der Agip-Tankstelle machen wir Mittagspause und warten auf unseren Fahrer, der uns die nächste Woche durch die Masai Mara, Lake Nakuru und den Samburu National Park fahren wird.

Schon auf dem Weg zum Masai Mara Nationalpark sehen wir Tiere, die wir nie zuvor in unserem Leben auf freier Wildbahn gesehen haben. So gegen halb fünf kommen wir dann zum Gate des Nationalparks und gehen sofort auf Game Drive. Schon nach wenigen hundert Metern sehen wir eine große Elefantenfamilie, die uns sehr beeindruckt. Überhaupt erstaunt uns die Vielzahl von Tieren und auch die vielen Arten von Tieren in der Masai Mara. Es ist wirklich so wie wir es aus irgendwelchen Tierdokumentationen aus dem Fernsehen kennen. Wir sehen Affen, Strausse, Antilopen, Hyänen, Elefanten, schwarzes Nashorn, Gepard, Giraffen und jede Menge Wildbeasts.

 

    

Gegen kurz vor acht stellt sich bei uns dann doch die Müdigkeit ein und wir machen uns auf dem Weg zu unserem Camp der Masai-Krieger. Es ist ein scheinbar endloser Weg, soweit man noch von Weg sprechen kann. Doch nach einer Stunde sehen wir dann doch ein Camp. Wir werden schon von einem Masai empfangen und zu unserer Zelthütte gebracht. (Zelthütte = Eine Mischung aus einer Hütte und einem Zelt) Der Masai erklärt uns auch die Regeln in diesem Camp und wir fühlen uns wieder in den Grundwehrdienst zurückversetzt. Hier gibt es wieder ein Wecken und ein gemeinsames Essen fassen. Das kann ja lustig werden. Zunächst genehmigen wir uns bis zum Essen mal ein paar Bierchen. Nach dem Essen werden wir von den Masai noch zu einem Schautanz eingeladen. Allerdings sollen wir dafür umgerechnet fast 15 Mark zahlen und das ist dann doch nicht nach unserem Geschmack. Na ja, nach ein paar weiteren Bierchen gehen wir dann doch zurück zu unserer Hütte  und legen uns schlafen.

30.07.2001

Schon um 06.30 Uhr ist die Nacht vorbei und nach dem Frühstück geht es sofort wieder zurück zur Masai Mara. Dort tanken wir zuerst in der Nähe einer Lodge und gehen dann wieder auf Wildbesichtigung. Wir fahren den ganzen Tag durch den Park und sehen wieder sehr interessante Tiere. Heute sehen wir auch erstmals ein Löwenpärchen und das auch noch beim Paarungsspiel.

Das Mittagessen haben wir dabei und bekommen mittags etwas Rindfleisch mit Krautsalat, das uns die Masai mitgegeben haben. Zum Nachtisch gibt es noch Obstsalat. Wirklich nicht schlecht!

Am Nachmittag bringt Martin dann das Highlight des Tages, als er einfach mal kurz aussteigen will, wie wir den Asgeiern beim Abfieseln eines Wildbeasts zusehen. Unser Fahrer kann ihn gerade noch davon abhalten. Wir waren ja nur sehr wenige Meter von den Geiern entfernt.

Am Abend geht es wieder zurück zum Camp, wo wir dann auch den ganzen Abend verbringen.

31.07.2001

Auch heute geht es schon wieder früh los. Nach dem Frühstück und dem Packen der Sachen in das Auto, fahren wir wieder zum Nationalpark. Dort sehen wir am Vormittag wiederum ein paar Geparden und auch ein Löwenpärchen, das allerdings nur sehr faul im Gras liegt. Gegen 11 Uhr geht es dann Richtung Narok zurück und dann weiter über Naivasha nach Nakuru.

Unterwegs lassen wir unsere Flüge telefonisch noch rückbestätigen. Außerdem nehmen wir unterwegs noch Juan, einen spanischen Vogelkundler aus Barcelona, an Bord. Er wird mit uns zum Lake Nakuru und anschließend in den Samburu National Park fahren. Eigentlich war seine Aufgabe drei seltene Vögel im Hell´s Gate Nationalpark wieder anzusiedeln. Der erste Vogel flog jedoch davon, ein weiterer starb und der letzte Vogel wurde von einem anderen umgebracht. So entschließt er sich kurzerhand eine Safari zu unternehmen.

Abends kommen wir dann in Nakuru an und wir fahren zu einem Camp, das eher einer Burg gleicht. Wir sind die einzigen Gäste und die Bungalows sind auch ganz nett, obwohl sie auch etwas spartanisch wirken. Aber immerhin gibt es hier den ersten Fernseher seit einigen Wochen. Wir nutzen die Gelegenheit und schauen uns gleich mal eine Tierdokumentation an;-)

Nach dem Abendessen und ein paar kalten Bierchen, die extra für uns geholt werden müssen, legt sich Juan bald schlafen. Auch wir gehen etwas später ins Bett und auch ich konnte, nachdem ich mich an das Singen äh Schnarchen des spanischen Vogelfängers gewöhnt habe, sanft entschlummern.

01.08.2001

Eigentlich soll es ja schon wieder sehr früh weitergehen, aber an das kenianische Tempo haben wir uns ja schon gewöhnt. Also fahren wir so um kurz vor halb neun Richtung Lake Nakuru. Am Gate bezahlen wir mit einem hochmodernen Smartcard-Leser unsere Parkgebühr und dürfen einfahren. Wir fahren ca. eine halbe Runde um den See und können neben Tausenden von Flamingos auch Nashörner, Löwen und Affen.

Aber schon um kurz vor elf müssen wir unseren Game-Drive beenden, weil noch ein langer auch sehr anstrengender Weg zum Samburu-National-Park vor uns liegt. Wir kommen an den Thomson-Wasserfällen vorbei und machen dort eine kurze Pause. Sofort werden wir natürlich wieder von Masai-Frauen angesprochen. Wir lassen uns alle "Produkte" zeigen und dürfen sogar manche ausprobieren. Wir dürfen sogar einen Masai-Speer werfen und dieser Service überzeugt uns so, dass wir uns auch zum Kauf mancher Souvenirs überreden lassen. Natürlich erst nachdem wir den Preis ordentlich gedrückt haben.

Der Weg zum Samburu-Nationalpark scheint nicht enden zu wollen und die Strassen werden immer schlechter. Zeitweise fährt unser Fahrer neben der Strasse, weil das freie Gelände weniger Schlaglöcher als die Strasse hat. Je mehr wir uns unserem Ziel nähern, desto unheimlicher wird die Gegend. Wir erfahren, dass hier im Norden auch sehr viele Soldaten  aus fremden Ländern Übungen abhalten. Hier kann man eh nichts mehr kaputt machen. Es wird immer steiniger. So gegen 18.30 Uhr kommen wir am Gate des Samburu an und wir haben noch eine halbe Stunde bis zum Lager. Auf dem Weg dorthin begegnet uns eine Löwenfamilie, die wie wir später erfahren werden, gerade ein Zebra verspeist haben. 

Das Lager entspricht ganz unseren Vorstellungen vom Leben in der Wildnis. Einfache Zwei-Mann-Zelte mitten im Park, nur durch einen Fluss geschützt. Am Lager werden wir sehr freundlich von den anderen Safari-Teilnehmern begrüßt. Alles Jugendliche aus der ganzen Welt, von Israel bis zu den USA. Nach einer kleinen Vorstellungsrunde gibt es das Abendessen. Nach dem Abendessen sitzen wir noch lange mit den Amerikanern und den Holländern zusammen und diskutieren über fast jedes Thema. Höcki amüsiert sich über den Slang eines Amerikaners, dessen Englisch fast nicht zu verstehen ist. Ich teste dann zu später Stunde seine Erdkunde-Kenntnisse und muss feststellen, dass das Vorurteil stimmt, denn er kann nicht einmal die Hauptstadt von Deutschland nennen.

Irgendwann ist dann kein Bier mehr da und wir legen uns alle in unsere Zelte. Gute Nacht!

 

02.08.2001

Die Nacht ist alles andere als angenehm. Der starke Wind und die unheimlichen Geräusche machen mich etwas nervös. Gott sei Dank kann ich dank der Bierchen doch gut schlafen. In der Früh trifft mich fast der Schlag, denn nur wenige Meter vom Klo entfernt haben es sich in der Nacht einige Elefanten bequem gemacht. Hier lebt der Mensch eben mit den Tieren. Wir haben mittlerweile in der Wildnis keine Angst mehr und fühlen uns sogar wohler als in Nairobi.

Dass hier der Mensch mit den Tieren lebt, kann auch Martin bestätigen. Es ist zur Mittagsstunde, als sich ein Affe unserem Camp nähert. Michi und ich haben gerade im Freien Siesta gehalten. Plötzlich sieht Martin den Affen, wie er gerade in unserem Küchenzelt eine Kiste öffnet und alle Bananen klaut und damit abhauen will. Martin schnappt sich geistesgegenwärtig einen Stock und nimmt die Verfolgung. Doch der Affe hinterlässt nur noch eine Spur von Bananenschalen und setzt sich anschließend mit seiner Beute auf einen Baum. Tja, Pech gehabt!

Am Nachmittag statten wir einer benachbarten Lodge noch einen Besuch ab. Der Unterschied zwischen einer Lodge-Safari und einer Zelt-Safari ist  schon erheblich, doch muss der Preis auch. Denn  in dieser Lodge würde eine Nacht ca. 250$ Kosten.

Auf den Fahrten durch den Nationalpark sehen wir an diesem Tag auch wieder eine Vielzahl von Tieren, doch in einer ganz anderen Landschaft wie in der Masai Mara. Denn hier ist alles etwas trocken und staubig. Ich persönlich finde die Landschaft in der Masai Mara schöner, wobei auch der Samburu beeindruckend ist, aber halt eben auf eine andere Art.

 

03.08.2001

Auf unserem letzten Game Drive machen wir sozusagen in letzter Sekunde eine Entdeckung und so kann nun auch Juan zufrieden heimfliegen, denn er war immer auf der Lauer, um einen Leoparden vor die Linse zu bekommen. Fast wär es nichts geworden, denn  als wir den Leoparden auf dem Baum entdecken, hat er gerade noch ein Bild für den Leoparden übrig. Dieses Bild widmet er dem schönen Leoparden und sein Herz ist nun erfüllt von Glück.

Gleich danach machen wir uns auf dem Weg nach Nairobi. Nach einem gemeinsamen Mittagessen geht es dem Ende zu. Auf den letzten zweihundert Kilometern müssen wir noch mehr Leute mitnehmen und es wird ziemlich eng im Auto. Aber man gewöhnt sich nach so einem Urlaub an diesen Umstand. Unser Fahrer setzt uns wieder am Embassy-Hotel ab, denn nun wollen wir auch die letzte Nacht in unserem Stammhotel verbringen.

Den Abend lassen wir bei ein paar Bierchen im Hotelrestaurant ausklingen und gehen dann gegen Mitternacht ins Bett.

04.08.2001

Gleich nach dem Frühstück bringt uns ein Taxi zum Flughafen. Dort steht unsere Maschine schon bereit. Wir dürfen mit einer fast nagelneuen Boeing 767-300 der Kenya-Airways nach Amsterdam fliegen. Das reichhaltige Film- und Musikprogramm macht den Flug kurzweilig und so landen wir nach 9 Stunden am Airport Schiphol. Die etwas längere Pause nutzen wir, um uns über die aktuellen Ereignisse auf der Welt zu informieren.

Auch der Flug nach München verläuft planmäßig und so landen wir am Abend pünktlich wieder auf bayerischem Boden. Schon im Sicherheitsbereich empfängt uns DJ Geier, der uns auf Anhieb nicht gleich wieder erkannt hat. Er durfte in den Sicherheitsbereich, weil er am Flughafen arbeitet und so wurde ihm der Zugang gewährt. Als wir dann zum Ausgang des Gepäckbereiches kommen, können wir unser Glück kaum fassen, denn unsere Freunde sind hier und empfangen uns mit einem großen Weißbier (3 Liter) und mit einer bayerischen Brotzeit.

Wir möchten uns hier bei meiner Schwester Claudia, Marion, Michi, Mikel, Eli, Wasti und Thomas bedanken. Danach geht es wie gewohnt ins Schmuckkastl, um noch ein Bierchen auf unseren Urlaub zu trinken.

Fazit: Der Urlaub war mit Sicherheit ein unvergessliches Erlebnis, das nicht zu jeder Zeit unbeschwerlich war. Aber wir waren uns davor im Klaren, was uns erwarten würde und so haben uns die Umstände nicht völlig überrascht. Ich kann nur jedem zu einem Trip auf den Kilimanjaro raten, aber nehmt einen warmen Schlafsack und genügend warme Kleidung mit, denn die Kälte auf der Machame Route war unser größter Feind.